Bilder sagen mehr als Worte, Bilder und Worte zusammen noch viel mehr: Hier unsere Lesebeiträge im Rahmen der Leipziger Buchmesse 2018

9lesen: der Name ist Programm

Am Freitag, den 16.03.18, ist es endlich soweit. Neun Autoren lesen aus ihren veröffentlichten und unveröffentlichten Werken. Ein bunter Genre-Mix von Horror über Fantasy bis hin zum Entwicklungsroman. Und das alles in einem Irish Pub, der schon vor Beginn der Veranstaltung mit wartenden und gespannten Zuhörern gefüllt ist.

Eine Bühne für (un)veröffentlichte Autoren

Auch Schreiberlinge, deren Werke noch in Arbeit sind, bekommen eine Bühne geboten. Zuhörer haben die (vorerst) einmalige Gelegenheit, etwas aus der Feder von Barbara Weiß, Michael Behr, Jana Tomy und Florian Eckardt zu hören. Alle vier arbeiten noch an der Veröffentlichung ihrer Werke. Hannes Niederhausen hingegen ist einer der Autoren, die an diesem Abend ihr Buch bereits in den Händen halten: eine Kurzgeschichtensammlung. Zum Großteil sind sie in der Location der Lesung entstanden, dem Morrison’s Pub. »Dass 9lesen genau hier stattgefunden hat, macht die Lesung für mich besonders. Seit Jahren hat mich der Barkeeper gebeten mal zu lesen und mit Freude bin ich der Aufforderung gefolgt«, sagt Hannes zu seiner ersten Lesung.
Seine Stimme ist nicht die Einzige, die zum ersten Mal etwas aus dem eigenen Werk vorträgt. Für alle Autoren ist es ein aufregendes Erlebnis – und ein Motivationsschub sondergleichen, wie Barbara Weiß meint: »Es war ein tolles Gefühl, da oben am Pult zu sitzen, zu lesen und danach Applaus zu bekommen.« Einen Applaus, von dem sie wahrscheinlich nicht alles mitbekommt, springt sie doch nach ihrer Lesung gleich von der Bühne. Vor Aufregung, aber vor allem, weil sie nichts verpassen will, erlaubte sie sich vor ihrem großen Auftritt keinen Gang zur Toilette. Laut Jana Tomy übrigens einer der wenigen Gründe, warum man eine Bühne »mit einem solchen Hechtsprung verlassen« darf. Jana selbst spielt schon lange Improvisationstheater und nutzt ihre Bühnenerfahrung, um laut Magret Kindermann »charmant und witzig« durch den Abend zu geleiten.

Keiner bleibt allein

Magret gehört, ebenso wie Julia von Rein-Hrubesch, Kia Kahawa und Andrea Schrader zu den veröffentlichten Autoren des Abends. Alle haben sie bereits ihre eigenen Erfahrungen mit Lesungen gesammelt und doch war dieser Abend anders. Sich eine Bühne mit acht anderen Autoren zu teilen – das war etwas, was noch niemand so erlebt hatte. Es ist besonders, niemand blieb allein. »In der Gruppe fühlte ich mich gut aufgehoben und konnte so meine Nervosität bezwingen. Eine bessere erste Lesung hätte ich mir nicht wünschen können«, sagt Michael Behr, dessen Debütroman schon in den Startlöchern steht.

Für jeden was dabei

So sitzen schließlich neun Autoren auf der Bühne. Einer nach dem anderen trägt seinen Text vor, zehn Minuten Zeit gibt es dafür, um die Veranstaltung nicht bis ins Endlose zu ziehen. Zehn Minuten reichen aus, um die Hörenden in die Welt des jeweiligen Werkes zu entführen – von denen es viele gibt. Jeder Autor bringt ein anderes Genre mit sich, wodurch ein bunter Mix entsteht, der den Abend nicht lang werden lässt und die Zuhörer trotz Schneechaos noch lange nach der Lesung im Morrison’s hält. »Die Gespräche danach unter Autoren und Buchliebhabern waren eine Bereicherung – und der Rotwein war lecker«, fasst Magret den Abend zusammen.

Ein gemütlicher Abend mit Chancen

9lesen hat sich somit für alle gelohnt: für die veröffentlichte Autoren, die neue Leser gewinnen konnten, und für die Zuhörer, die auf neue Bücher aufmerksam wurden. Aber was ist mit den unveröffentlichten Autoren? Auch für sie ist der Abend ein Gewinn – nicht nur wegen der Erfahrung. Barbara Weiß und Jana Tomy werden im Anschluss an die Lesung von Verlagen auf ihre Manuskripte angesprochen. »Alles in allem war die Premiere von 9lesen ein Erfolg und wir werden an dem Format festhalten«, sagt die Organisatorin Andrea Schrader, die sich bereits auf die Suche nach einer passenden Location für die FBM18 gemacht hat.